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Sea of Thieves

Sea of Thieves

Rares Piratenabenteuer hat seine Segel gesetzt und nach einer guten Woche auf den Meeren der Diebe haben wir unsere Eindrücke zusammengefasst.

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Für Rares Sea of Thieves heißt es „Leinen los" auf der Xbox On und dem PC, denn endlich dürfen wir unseren Kindheitstraum vom Piratendasein in den virtuellen Wellen ausleben. Das langerwartete nautische Abenteuer war vier Jahre lang in der Entwicklung und jetzt dürfen sich die Spieler endlich selbst auf die Suche nach Abenteuern und Schätzen zusammentun. Der Titel ist das erste Xbox-Exklusivspiel, das direkt zum Verkaufsstart in den Xbox Game Pass gerät - Microsofts Netflix für Videospiele. Ist Sea of Thieves der große Exklusivtitel, den die Xbox One so dringend benötigt oder ist ein nur weiteres Wrack in einem Ozean aus verpassten Möglichkeiten?

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Alle Spieler werden gleich behandelt, denn niemand schaltet irgendwelche Fortschritte oder Vorteile mit steigender Spielzeit frei.

Nachdem ihr einen der zufällig generierten Piraten ausgewählt habt, seid ihr auch schon bereit in See zu stechen. Bei den diversen Händlern auf dem Außenposten kauft ihr eure Aufträge ein, Ansehen sammelt man bei den drei Fraktionen der Goldhorter, der Händlerallianz und der Order of Souls. Ihr müsst für sie nach Schatzkisten suchen, Schweine, Hühner oder Schlangen fangen, und ihnen Schädel von Skelettpiraten bringen. Nachdem eure Mannschaft für eine Reise gestimmt hat (so heißen die Quests), müsst ihr das Ziel auf der Meereskarte ausfindig machen und zusammenarbeiten, um gemeinsam dorthin zu gelangen.

Ihr könnt im Prinzip auch alleine in See stechen, aber das ist für Anfänger nicht empfehlenswert. Entweder beginnt ihr als Zweierteam auf einer Schaluppe oder mit drei oder vier Halunken als Mannschaft auf einer Galeone. Als Team könnt ihr die Aufgaben aufteilen: Einer kontrolliert die Karte, einer übernimmt das Steuer und ein weiterer Spieler justiert die Segel zum Wind. Alleine lastet auf euch eine anfangs kaum zu überwältigende Verantwortung und ihr müsst viele Dinge gleichzeitig erledigen. Außerdem müsst ihr für die Schatzsuche euer Schiff verlassen und könntet jederzeit überfallen werden, während ihr mit dem Kompass in der Hand über die Insel stiefelt. Außerdem stellen die Skelettpiraten im Alleingang auch eine wesentlich größere Gefahr dar. Falls ihr nicht mit Freunden in See stechen könnt oder wollt, gibt es noch das Matchmaking und die Möglichkeit über Textkommandos zu kommunizieren (neben dem klassischen Sprachchat via Headset).

Mit dem Gold, das ihr auf euren Reisen verdient, könnt ihr euch rein kosmetische Veränderungen für eure Waffen, das Schiff oder eure Kleidung kaufen. Wenn ihr Quests für eine der Fraktionen abschließt, steigt eure Reputation und ihr dürft irgendwann komplexere Reisen angehen. Die kosmetischen Gegenstände sind eure hauptsächliche Belohnung, denn es gibt keine Level, Erfahrungspunkte und Verbesserungen eurer Werte. Dieser fehlende Fortschritt dürfte sicher einige Spieler enttäuschen, aber Rare wollte eine Spielerfahrung erschaffen, in der jeder Spieler gleich ist.

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Auf den Inseln findet ihr Schätze, wertvolle Gegenstände, Handelswaren wie Tee und Gewürze, oder zusätzliche Schatzkarten in Form einer Flaschenpost.

Unsere größte Kritik an Sea of Thieves ist die mangelnde Abwechslung bei den Quests. Wir wiederholen die gleichen dr,ei unterschiedlichen Botengänge immer und immer wieder. Man bekommt schnell das Gefühl, man hätte nach einigen Reisen schon alles gesehen. Natürlich lässt sich viel Zeit mit Erkundungstouren verbringen, aber wenn ihr mit Fremden spielt braucht es vermutlich etwas konkretere Aufgaben. Die Quests sind eine solide Grundlage dafür, aber wir hätten uns einfach mehr gewünscht, um die Spieler längerfristig zu beschäftigen. Falls ihr euch eine Erzählstruktur wünscht, werdet ihr vermutlich hart enttäuscht.

Auch wenn es keine vorgegebene Geschichte gibt kommt es regelmäßig zu Begegnungen mit anderen Spielern, die euch dazu zwingen vorsichtig durch die Gewässer zu segeln und mit eurem Fernglas den Horizont im Auge zu behalten. Solltet ihr ein Schiff entdecken, habt ihr die Wahl: Ihr könnt versuchen es mit euren Kanonen zu versenken oder ihr richtet eurer Segel im Wind aus und tretet die Flucht an (ihr könnt die Laternen an Bord löschen und versuchen in der Dunkelheit zu entkommen). Wenn ihr die gegnerische Mannschaft erledigt habt ihr die Gelegenheit ihre Schätze zu stehlen, aber wenn ihr nicht vorsichtig seid landet ihr schnell auf der Fähre der Verdammten in der Unterwelt. Die PvP-Schlachten sind intensiv: Über unseren Köpfen zischen Kanonenkugeln hinweg und es splittert das Holz neben uns, während wir versuchen unter Deck Lecks zu stopfen.

Erkundungstouren sind ein wichtiger Eckpfeiler von Sea of Thieves. Kreisende Seevögel deuten ein Schiffswrack an, in denen ihr nach Schätzen tauchen könnt und sich verdunkelndes Wasser weist auf den Kraken hin, der mit seinen Tentakeln euer Schiff in die Tiefe zieht. Auf den Inseln findet ihr Schätze, wertvolle Gegenstände, Handelswaren wie Tee und Gewürze, oder zusätzliche Schatzkarten in Form einer Flaschenpost. Rare belohnt neugierige Spieler und wir hatten großen Spaß damit, einfach unseren Kurs zu setzen und zu sehen, wohin uns der Wind als Nächstes bringt. Jeder Spieler kann seine eignen Geschichten über die persönlichen Erlebnisse erzählen und genau das ist die Magie von Sea of Thieves.

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Wir wiederholen die gleichen drei unterschiedlichen Botengänge immer und immer wieder.

Wenn ihr über den Ozean segelt werden euch irgendwann die mysteriösen Wolken in Form eines Totenschädels auffallen. Die zeigen eine verfluchte Festung an, auf der ihr gegen Wellen von Skelettgegnern kämpfen müsst, bevor ihr am Ende dem Kapitän gegenübersteht. Hier wartet eine gut gefüllte Schatzkammer darauf geplündert zu werden, aber die Wolke lockt natürlich auch viele andere Spieler an. Es liegt also an euch, ob ihr Allianzen schmiedet oder versucht neben den Skeletten auch die feindliche Mannschaft zu bekämpfen, um das ganze Gold für euch zu haben.

Was Rare mit Sea of Thieves erschaffen hat, raubt einem den Atmen: Die Wassereffekte sind eine Augenweide und der Comicstil hat viel Charme und erinnern an die Klassiker des Studios. Es ist eine packende Welt zum Abtauchen und alleine aus diesem Grund solltet ihr euch das Spiel zumindest mal ansehen. Die Geräusche der Wellen und das Knirschen an Deck klingt authentisch und glaubwürdig; das Sounddesign ist exzellent. Rare an zudem regelmäßige Updates angekündigt und was wir gerade spielen dürften, wird erst das Grundgerüst sein. Es gibt eine Art Endgame mit einem exklusiven Gebiet für Piratenlegenden, aber davon sind wir noch weit entfernt. Weitere Inhalte versprochen wurden, doch insgesamt wurden wir das Gefühl nicht los, dass schon jetzt einiges davon im Spiel hätte sein sollen. Ein Crafting-System oder etwas Ähnliches zum Beispiel, um die Spieler länger an den Titel zu binden. Aktuell fehlt leider jede Art von Story und das Gameplay ist nicht allzu abwechslungsreich.

Der Titel ist also nicht perfekt, aber Rares Sea of Thieves liefert eine Koop-Spielerfahrung ab, die wir so noch nicht erlebt haben. Wir lieben es unsere eigenen Abenteuer zu kreieren, gegen feindliche Galeonen zu kämpfen und die wunderschöne Welt zu erkunden. Wir hätten uns mehr Abwechslung bei den Quests gewünscht und könnten es verstehen, wenn manche Spieler nach einigen Stunden die Lust verlieren. Trotzdem hat Microsoft hier etwas sehr Besonderes im Angebot und mit ein wenig Zeit und den passenden Veränderungen könnte Sea of Thieves zu einem echten Must-Have werden.

07 Gamereactor Deutschland
7 / 10
+
Liebevolle Grafik; starker Fokus auf Erkundung und kooperatives Spielen; wir erhalten die Werkzeuge ein eigenes Abenteuer zu kreieren.
-
Varianz im Gameplay fehlt; den Vollpreis ist dieses Grundgerüst kaum wert; Handlung und Hintergrundgeschichte sehr licht.
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt

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