Lego City Undercover Kritik - Gamereactor
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Lego City Undercover

Lego City Undercover

TT Fusion haben das dutzendfach erprobte Lego-Konzept von den Lizenzspielen gelöst und in eine eigene Spielwelt verpackt. Nun ja, fast jedenfalls.

Man sieht eine sich drehende Polizeimarke, sowohl auf dem Wii U Gamepad als auch auf dem Bildschirm. Knapp 60 Sekunden lang. Jedes Mal, wenn man das Spiel startet. Den dazugehörigen Ladebalken trifft man immer wieder auch vor Storymissionen in Lego City Undercover. Das lange Laden sorgt für echte Seufzer in einer sonst sehr gelungenen Spielwelt, die eher das jüngere Publikum begeistern dürfte.

TT Fusion hat das dutzendfach erprobte Lego-Konzept von den Lizenzspielen gelöst und in eine eigene Spielwelt verpackt. Nun ja, fast jedenfalls. Sie haben Rockstar keine Lizenzgebühren für Grand Theft Auto bezahlt, THQ keine für Saints Row. Allerdings könnte das Spiel locker auch Lego Grand Theft Auto City Saints Row Underground heißen, so viele Ideen und Konzepte aus den beiden Open-World-Giganten sind hier kleingeschrumpft wieder zu finden.

Aber das macht Lego City Undercover kein bisschen schlechter. Es ist quasi eine Einstiegsdroge für Grundschüler in die große Welt der Action-Adventures. Das Spiel macht ebenso süchtig wie seine großen Vorbilder. Es serviert uns an jeder Straßenecke, auf jedem Dach und in jedem Tunnel eine neue Aufgabe. Wer sich alles reinziehen will in dieser bunten Großstadt, jede Nebenmission erledigen und jede Sammelaufgabe abschließen will, der hat viele Tage lang zu tun. Und das nicht wegen der leider immer wieder nervenden Ladezeiten.

Lego City UndercoverLego City Undercover
Das Wii U-Gamepad wird als Communicator zum Bindeglied zwischen Spieler und der offenen Spielwelt.

In fünfzehn Missionen erleben wir die Geschichte des Polizisten Chase McCain. Der hat ein paar Rechnungen offen und begibt sich in der Lego-Version von San Francisco auf Verbrecherjagd. Die Story ist schlicht, so dass die Kids sie mühelos verstehen. Der Humor ist vielfach deutlich auf Kinderniveau unterwegs, die allerdings amüsieren sich bei den infantilen Gags bis an den Rand der Besinnungslosigkeit. Erwachsene schaffen das nur mit externer Hilfe oder wenn sie genügend Popwissen mitbringen. Denn alberne Zitate an Hollywoodfilme wie Mission Impossible in der alten und neuen Version oder bekannte Videospiele säumen den locker fünfzehnstündigen Weg durch die Hauptgeschichte.

Das Wii U-Gamepad erfüllt dabei eine integrale Funktion. Es wird zum Bindeglied zwischen Spieler und Spielwelt - und zwar als Communicator, der unsere Beziehung zu den wichtigsten Storycharakteren transportiert. In einem kleinen Videochatfenster servieren sie uns die Aufträge. Außerdem nutzen wir das Gamepad als Audioscanner und um Supersteine zu enttarnen. Hübsch gemacht. Die Missionen sind alle ähnlich und verlaufen immer nach dem Muster, von A nach B zu fahren, um dort für irgendwen etwas zu erledigen.

Unsere Handlungen außerhalb der Missionen haben leider keine Konsequenzen. Irgendwann in einer Mission eröffnet uns eine Kollegin, dass die Bürgermeisterin eingewilligt habe, für alle Schäden unserer Polizeiarbeit aufzukommen. Wir müssten nur garantieren, den fiesen Rex Fury einzubuchten. Damit ist das Thema Geld und Zerstörung erledigt. Warum auch zu viele Probleme schaffen? Wir sollen schließlich welche lösen. Leider gibt es auch keine Statistiken über die Menge der zertrümmerten Legokunstwerke oder die zurückgelegte Wegstrecke. Irgendwie schade.

Lego City Undercover
Leider fehlt der für die Lego-Spiele sonst übliche und geliebte Koop-Modus.

Denn wir fahren gerne und immer gut gelaunt mit Klötzchen-Helden Chase McCain durch die erstaunlich geräumige Spielwelt. Vieles erinnert, ob nun freiwillig oder nicht, echt an Grand Theft Auto. Die Anordnung der Stadtteile, die Übersichtskarte und nicht zuletzt die ausgesprochen miese Steuerung der Autos, die fahren wie schwammige Klötze. Vielleicht ist das auch nur eine akkurate Simulation, schließlich sind es ja Autos, Motorräder, Hubschrauber, Boote oder Kleinbusse aus Legosteinen. Über 100 unterschiedliche gibt es - und auch hier kopiert das Spiel die GTA-Vielfalt. Es ist schon lustig gemacht, dass man sich irgendwie die ganze Zeit fühlt wie in einer von allzu offensichtlicher Gewalt und Brutalität gereinigten Legorockstar-Abenteuerwelt.

Die Grafik ist hübsch, kunterbunt und wie man sie sich für ein Lego-Abenteuer in High Definition wünscht. Schön ist, dass sich die Stadt während des Spielens nach und nach langsam öffnet. Wir können Fährterminals finden und bauen, Bahnreisen absolvieren, neue U-Bahn-Haltestellen freischalten. Einen Teil der Bauten müssen wir mit Steinen bauen. Dazu kann man alles kurz und klein hauen, um die wenigen Steine zu sammeln. Oder Supersteine finden, die für 1000 oder gar 10.000 Legosteine stehen. Nur mit deren Hilfe lassen sich Dinge in der Welt schnell herstellen.

Ähnlich wie schon bei GTA hat man fortwährend das Problem, auf dem Weg zu Problem A über Ablenkung B und C zu stolpern, was die Lösung von A fast immer verzögert. Und man könnte sich ja auch um D kümmern. Oder um E. Man ist aber immer bestens unterhalten.

Lego City Undercover
Die Grafik ist hübsch, kunterbunt und wie man sie sich für ein Lego-Abenteuer in High Definition wünscht.

Ohne Probleme ist das Spiel natürlich nicht. Ganz oben auf der Meckerliste steht, dass leider, leider der für die Lego-Spiele sonst übliche und geliebte Koop-Modus fehlt. Das ist einfach unverständlich. Auch die Welt hat so ihre Tücken. Man kann vieles kaputtfahren, aber die Lego-Männchen sind renitent und wollen so gar nicht kaputt gehen. Stattdessen ertragen sie stoisch, wenn wir sie überfahren und danach mit dem Cabriolet auf ihnen parken. Solche Schönheitsfehler lassen sich verschmerzen, der fehlende Koop aber gibt echt Punktabzug.

Wir müssen uns zwangsläufig alleine daran erfreuen, die Stadt ausgiebig zu erkunden und viele Male an bereits besuchte Orte zurückzukehren mit neuen Fähigkeiten und Kostümen, die Chase McCain sich im Laufe des Abenteuers aneignet. Viele Bereiche sind nämlich anfangs nicht erreichbar oder verschlossen. Außerdem warten quasi überall nette Nebenaufgaben wie Fahrzeugdiebe verhaften oder Autos klauen (je nach Verkleidung), Steinberge zerkloppen, Geldautomaten zerstören oder Zeltlager wieder aufbauen. Außerdem warten immer wieder witzige Minispiele am Straßenrand. Direkt am Polizeipräsidium steht ein Automat, der auf die Eingabe eines siebenstelligen Codes hofft, den es als Bonus für den Kauf eines ganz realen Lego City Police High Speed Chase-Bausatzes gibt.

Echte Lacher liefern immer wieder die Zwischensequenzen. Aber nicht etwa wegen der schwach synchronisierten und eher flach geschriebenen Dialoge. Toll ist das, was gewollt nicht klappt. Immer wieder laufen Personen unmotiviert durchs Bild, stehen im Weg oder stolpern in die Szenerie. Dazu gesellt sich Shaft-mäßige Musik, diese coolen 70er-Sounds aus den Straßen von San Francisco. Leider gibt es in den Autos keine Radios - und gerade beim freien Erkunden dominiert so die weitgehende Geräuschlosigkeit der Umgebung. Ein Sender hätte ja schon gereicht.

Lego City Underground hält am Ende dem sachlichen Vergleich zu einem ähnlichen Spiel für Erwachsene natürlich nicht stand. Aber wenn man sich in die Welt eines Acht- oder Zehnjährigen versetzt, kann man sofort verstehen, warum er das Spiel sicherlich total super finden wird. Für das hart ersparte Taschengeld bekommt er am Ende eine ganze Menge ziemlich gute Gegenleistung.

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08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
+
riesige Legospielwelt, Inhalte für viele Stunden, lustige Zwischensequenzen
-
fehlender Koop-Modus, lange Ladezeiten,
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt

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