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Mit Fuser mischt Harmonix das Rhythm-Genre neu auf.

  • Kieran Harris

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Harmonix, die Entwickler hinter der Rock Band Spielereihe, haben mit Fuser — ein Rhythm-Spiel bei dem Spieler hinter dem DJ Pult ihre Kreativität auslassen können, eine triumphale Rückkehr gemacht. Das neuste Spiel scheint auch gleichzeitig das wohl ambitionierteste Projekt des Studios zu sein. Spieler werden mit einer ganzen Reihe von Tools ausgestattet, um ihre persönlichen Mixes zu erstellen. Von Rage Against The Machine, Dolly Parton bis hin zu Lady Gaga ist das Spiel mit einem gewaltigem Soundtrack ausgestattet, dass sich über diverse Jahrzehnte und Genres erstreckt.

Einen Einstieg in Fuser zu finden ist dank der intuitiven Kontrolle und einer Reihe von Tutorials tatsächlich ziemlich einfach. Dahinter stecken jedoch eine Reihe tiefgründiger Tools. Am oberen Bildschirmrand haben wir einen Überblick über die Titel, wir vermischen Songs ganz einfach, indem wir über die gewünschten Titel rübergehen und auf den jeweiligen Knöpfen drücken, der die von uns gewünschte Komponente des Songs zu dem Mix hinzufügt. Auf der Xbox One ist jede Komponente (Bass, Schlagzeug, Gesang, Hauptmelodie) passend zu den X, Y, A und B-Knöpfen farblich kodiert. Das Ganze ist so gut konzipiert, dass ich nach einigen Sets nicht einmal mehr auf meinen Controller schauen musste.

Am Ende erhalten wir eine Sternebewertung basierend auf unserer Performance, diese hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zu aller erst müssen wir sicher gehen, dass unser Timing stimmt — schließlich spielen wir hier ein rhythmisches Spiel. Über unserem Pult befindet sich ein Zeitstrahl, der in verschiedene individuelle Beats unterteilt ist. Ziel sollte es sein, die Übergänge immer zum Anfang eines Beats zu setzen. Dazu gibt es spezifische Aufgaben und Publikumswünsche die stetig hereinflattern. Ob ihr gute Arbeit leistet, könnt ihr mithilfe einer Anzeige auf dem Bildschirm erkennen, die das Gemüt des Publikums darstellt. Ist die Anzeige komplett leer, so kommt eure Show zu einem peinlichen, abruptem Ende.

Etwas das mir sehr an Fuser gefällt, ist der Fakt, dass es Spieler dazu ermutigt zu experimentieren und kreativ zu sein, im Gegensatz zu anderen Rhythmusspielen bei denen wir einfach nur eine Reihe verschiedener Knöpfe drücken müssen. Wir haben die Freiheit unsere Auswahl mit Songs vollzupacken, die uns am meisten gefallen. Unser Mix hört sich nicht automatisch gut an, sobald wir vorgeschriebene Schritte befolgen. Der Mix eines Spielers wird sich niemals anhören wie der eines anderen, dafür gibt es viel zu viele verschiedene Tools, die unsere Kreativität und Individualität anheizen. Spieler können ihre eigenen Loops aufnehmen, die Tonart und das Tempo anpassen, sowie einzelne Komponente ausklingen lassen. Etwas zu kreieren das zusammen harmoniert und sich gut anhört ist sehr befriedigend und ein Spaß, der mir bisher noch kein anderes Rhythmusspiel geboten hat.

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Die meiste Zeit verbringen wir im Karriere-Modus. Hier spielen wir auf sechs verschiedenen Bühnen und treffen viele andere DJs, die uns als Mentoren dienen und Tipps geben. Im Gegensatz zu Rock Band gibt es hierbei eine Geschichte. Jeder Charakter den wir auf unserer Reise treffen, hat eine spezielle Persönlichkeit. Ich fand den Karriere-Modus weitestgehend spaßig, dazu ist es der schnellste Weg um Punkte zu verdienen, neue Songs und kosmetische Items freizuschalten. Doch ein Problem gibt es — das Tempo. Es hat sich oft so angefühlt als würde ich in einem erweitertem Tutorial feststecken, weil ich konstant mit neuen Techniken bombardiert und dazu gezwungen wurde, sie immer und immer wieder einzusetzen. Ich kann verstehen, dass Fuser ein komplexes Spiel ist, doch ich denke ich hätte es auch mit ein bisschen weniger Händchen halten geschafft.

Neben der Karriere gibt es noch zwei andere Modi: der Multiplayer-Modus und einen Freestyle-Modus. Der Freestyle-Modus ist im Grunde genommen das wonach es sich anhört. Hierbei haben wir alle im Spiel vorhandenen Songs zur Verfügung und Tools freigeschaltet, sodass es genug Freiraum zum Experimentieren gibt. Es gibt keine zeitlichen Begrenzungen und auch keine Fans die uns ständig darum bitten, ihre liebsten 90er-Hits zu spielen. Den Multiplayer-Modus konnte ich vor der Veröffentlichung des Spiels leider nicht ausprobieren, in meiner September-Vorschau habe ich jedoch einiges darüber gehört. Bei dem Modus handelt es sich im Endeffekt um eine interaktive Live-Show, bei der wir zusammen mit drei anderen Spielern nacheinander im Rampenlicht stehen und an das DJ Pult springen. Während wir auf unseren Einsatz warten, können wir Musikwünsche äußern und unser Gemüt mithilfe von Emojis zum Ausdruck bringen. Mir gefällt das Konzept des Multiplayer-Modus sehr, da es sich wie eine große Jam-Session anhört.

Auch Fusers Soundtrack der sich über mehrere Jahrzehnte spannt, ist exzellent. Er präsentiert eine ganze Reihe verschiedener Genres, inklusive bekannter Titel von Künstlern wie 50 Cent, Post Malone und The Clash. Harmonix haben große Arbeit dabei geleistet alles in einen Song-Katalog zu packen, gefüllt mit Ohrwürmern und Songs die wir auseinander nehmen können. Billie Eilishs Bad Guy besitzt zum Beispiel viele einprägsame Melodien, die alleine anhand des Basses, Synth oder dem Gesang identifiziert werden können. Der Soundtrack enthält viele ähnlich gute Titel. Es ist einfach offensichtlich, dass viel Zeit bei der Auswahl der einzelnen Titel hineingesteckt wurde. Noch besser ist der Fakt, dass die 100 vorhandenen Songs weiter ausgebaut werden sollen. Die separat erhältliche VIP-Edition hält 25 weitere Songs für uns bereit.

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Was mir ebenfalls gefällt, ist Fusers Sinn für die Community, den die Entwickler mit Ingame-Events aufbauen möchten. Jede Woche wird es ein neues Event innerhalb des Spiels geben, bei dem es eine bestimmte Anweisung gibt. Als Belohnung winken kosmetische Items. Aktuell läuft ein Synth Pop-Event, bei dem Spieler die Aufgabe haben, einen Mix ausschließlich mit Hilfe von Schlagzeugen, Gitarren, Synths und Melodien aus den 80ern, 90ern und den 2000ern zu erstellen. Das erinnert mich sehr an den Ansatz von Dreams, den Media Molecule verfolgt. Ich kann mir vorstellen, dass das Ganze den Wiederspielwert steigert und die Anweisungen für viele lustige Momente sorgen.

Doch nicht alles in Fuser ist so gut gelungen. Ich würde nicht sagen, dass es mich von der spielerischen Erfahrung abgelenkt hat, doch das Aussehen des Spiels wird dem heutigen Standard einfach nicht mehr gerecht. Die Charaktere sehen aus, als hätten wir sie in Die Sims zusammengestellt, das Publikum wirkt während der Auftritte oft leblos und unrealistisch. Natürlich wusste ich, dass das Spiel aufgrund seiner Natur kein visuelles Spektakel wird, doch das Spiel sieht nicht viel besser aus als Rock Band 4, ein Spiel das vor einem halben Jahrzehnt auf der Playstation 4 und Xbox One veröffentlicht wurde.

Mit Fuser hatte ich so viel Spaß, wie ich es sonst in noch keinen anderem Rhythmusspiel hatte. Auf viele Arten schafft es das Spiel, das Genre mit dem es gekennzeichnet ist, zu übersteigen. Mir gefällt sehr wie es unsere Kreativität mit vielen tiefgehenden Tools belebt, der Soundtrack ist eine starke Mischung aus Songs vieler verschiedenen Zeitabschnitte und Genres. Die Grafik ist jedoch veraltet und bei dem Karriere-Modus hakte es an einigen Stellen, was das Tempo und die Tutorials betrifft. Trotzdem ist Fuser ein exzellentes Projekt von Harmonix. Ich kann es kaum abwarten erneut einzusteigen, wenn die ersten DLC-Titel zu dem Soundtrack hinzugefügt wurden.

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08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
+
Kurbelt die Kreativität an. Stellt uns eine Vielzahl von Tools zur Verfügung. Der Soundtrack ist vielseitig und gut komponiert.
-
Aussehen des Spiels entspricht nicht unbedingt dem heutigen Standard. Der Karriere-Modus hat Probleme mit seinem Tempo.
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt

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