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Anno 1800: Insider schildert, wie Design-Ideen zwischen Unternehmensstrukturen zerrieben werden

Ein Blick hinter die Vorhänge von Firmen wie Ubisoft.

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Dominik Schott ist freier Journalist aus Berlin, der gleichzeitig als Dozent für Game-Design tätig ist. Der Kollege hat Archäologie und Kulturwissenschaften studiert und er interessiert sich für historische Spiele. Er fragt sich (und Ubisoft) seit Jahren, warum die als besonders realistisch beworbene Wirtschafts- und Aufbausimulation Anno 1800, die zu Zeiten des Kolonialismus spielt, das Thema Sklaverei so großzügig auslässt.

Auf diese Frage hat er eigenen Aussagen zufolge zwar immer noch keine Antwort bekommen, doch ein anonymer Mitarbeiter, der früher angeblich selbst bei Ubisoft arbeitete, hat nun zumindest Klarheit über die Komplexität von Entscheidungsprozessen in großen Unternehmen geschaffen. Der Gastautor schildert in einem ausführlichen Beitrag auf Schotts Blog, wie Entscheider kreative Ideen in komplexen Organisationsstrukturen behandeln und welchen Weg solch ein Konzept hinter sich bringen muss, bis die Entwickler es letztlich umsetzen können.

Dabei soll deutlich gemacht werden, dass Ubisofts Mitarbeiter natürlich selbst auf solche Details stoßen, aber gemeinschaftlich entweder auf keinen gemeinsamen Nenner kommen oder schlichtweg keine Lust daran haben, eine für alle Parteien zufriedenstellende Lösung zu finden. Die homogene Zusammenstellung der Beteiligten soll laut der oder dem Autor*in ebenfalls eine nennenswerte Rolle spielen. Dass in verschiedenen Ubisoft-Studios nicht nur „technisch interessierte, gut gebildete, durchaus progressive Männer (und einige wenige Frauen)" arbeiten, daran arbeite der Publisher eigenen Aussagen zufolge aber bereits. Anschließend müssen noch bürokratische Hürden bedacht werden, da sich Mitarbeiter, die gute Vorschläge einbringen wollen, häufig auf einem Politikforum verteidigen müssen, wenn sie Veränderungen wünschen, heißt es im Beitrag.

Lesenswert ist der Artikel auch deshalb, weil viele Praxisbeispiele aus dem Arbeitsalltag einfließen. Die Autorin oder der Autor bringt beispielsweise ein, wie schwer es in regelmäßigen Meetings sein kann, neue Ideen einzubringen oder wie selbst gute Bemühungen von anderen Abteilungen bombardiert werden können. Umso wichtiger seien Hintergrundgespräche, Berichte und diese unangenehmen Fragen, die kritische Journalisten ab und zu stellen, schließt der Gastbeitrag. Dem schließen wir uns gerne an. Danke und gute Arbeit, Dom.

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